Any future is good future

Hätte die Zukunft findige PR-Berater, würden sich diese über die vergangenen Tage wohl kaum beschweren können. Kreuz und quer durch das Gros der Rundunkanstalten und Printorgane geistert momentan nämlich vor allem eines: Ein Zukunftsszenario nach dem anderen.

Ob überflutete Kontinente und Strandpromenaden im Jahr 2071, marodierende Alte auf Medikamentenraubzug im Jahr 2030, oder aussterbende Apfelsorten und von Jahreszeiten unbeeindruckter Heuschnupfen – selten wurde so detailliert gemutmaßt.

Unser Hauptdarsteller, die gute alte Zukunft, kommt dabei – das ist den Findigeren innerhalb der PR-Beraterschaft aber schnuppe – meist ziemlich schwarz, dreckig, kaputt und ein wenig unvorteilhaft daher. Völlig zurecht, schließlich glauben nur noch konventionsresistente Querköpfe und vereinzelte Star-Trek-Fans daran, dass die Menschheit in den nächsten Jahrhunderten friedlich dem Fortschritt huldigt, sich dabei kostenlos ein Omelette aus einer bunt-blinkenden Replikationsmaschine holt, und ganz nebenbei dem Rest des Universums aus überflüssigen Kriegen und Familienfehden hilft.

Höchst leichtsinnig lassen die Prognostiker allerdings einen wesentlichen Faktor außer Acht: Denn die Endzeitstimmung hat nicht nur die Menschheit fest im Griff. Einige Vorboten konnte man bereits in den 90er Jahren im südafrikanischen Pilanesberg Nationalpark unter Elefanten beobachten. Damals nahm eine Clique zorniger Jungbullen ihren Weltschmerz zum Anlass, um in einem einzigartigen Gewaltrausch zu demonstrieren, wie die Apokalypse bei Dickhäutern abläuft. Mit kaum zu überbietender Grausamkeit vergewaltigte die Bande Halbstarker ein wehrloses Nashornweibchen. Die junge Rhinodame überlebte den Vorfall nicht.

Auch wenn eine handvoll menschelnder Tierforscher damals der Ansicht war, dass den Jungbullen lediglich ältere Vorbilder für vorbildliches Elefantenverhalten fehlen würden (die wiederum tragischerweise zuvor von Wilderern erlegt worden waren), so ließ sich damals schon erkennen, das das eigentliche Ziel der Aggression nicht das Nashornweibchen, sondern ein weitaus dünnhäutigeres Säugetier war: Der Mensch. Mittlerweile ist dieses Phänomen auch unter Elefantenforschern als H.E.C. (Human Elephant Conflict) unbestritten.

Seit dem vergangenen Wochenende gibt es diesbezüglich nun endgültige Gewissheit: Der Krieg hat begonnen. 100 km östlich von Bangkok rotteten sich 11 Elefanten zusammen, um mit grimmiger Entschlossenheit in das Endspiel um die globalen Ressourcen einzugreifen: Sie blockierten eine Hauptstraße, zwangen einen mit Zuckerrohr beladenen Lastwagenkonvoi zum Anhalten und plünderten die Ladung.

Der Fall lehrt uns, dass die Mär vom Menschen als größtem Feind des Menschen so nicht mehr ganz richtig ist. Natürlich wird es auch künftig selbst gemachte Kriege um Wasser, Markenrechte oder gekränkte Eitelkeiten und gegen so bedrohliche Kreaturen wie die Große Rohrdommel geben. Doch wer glaubwürdig in die Zukunft blicken will, sollte keinesfalls darauf verzichten per Infraschall mal freundlich bei den Grauen Riesen anzuklopfen. Die planen nämlich was.

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(Foto: Jan)

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