Hailige Mutter Gottes

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(Foto: flickr)

Als die theologisch bedeutendsten Tiere galten bislang die Strumpfbandnatter oder die große Sägeschrecke, beherrschen diese Reptilien respektive Insekten doch die Technik, Nachwuchs zu gebären, ohne zuvor eines leiblichen Samenspenders bedurft zu haben. Bei diesem Phänomen, im Volksmund Jungferngeburt genannt, wird der unbefruchteten Eizelle durch die Ausschüttung von Hormonen vorgegaukelt, tatsächlich befruchtet worden zu sein. In der Folge teilt sich die Zelle und reift zum Organismus heran.

Forscher der Queen’s Universität Belfast haben nun den Kreis der anbetungswürdigen Tiere erweitert. Demnach hat in einem US-Zoo ein Hammerhaiweibchen ein Junges zur Welt gebracht, ohne jemals zuvor Kontakt zu männlichen Artgenossen gehabt zu haben. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Biology Letters dar.

Auch Sicht der Genetiker ist die Jungfernzeugung allerdings nur das Mittel der letzten Wahl. Wenn männliche Artgenossen Mangelware sind, können sich die Weibchen zwar auf diese Weise fortpflanzen, allerdings mit dem Effekt, dass die Nachkommen nur das Erbmaterial der Mutter haben, was die genetische Vielfalt des Nachwuchses und deren Fähigkeit zur eigenen Vermehrung deutlich beeinträchtigt.

Eine von Außenstehenden seit geraumer Zeit herbei gesehnte Annäherung im seit noch geraumerer Zeit schwelenden Streit zwischen Wissenschaft und Religion ist dennoch nicht in Sicht: Das Kind der Jungfrau Maria hätte den Regeln der Genetik folgend weiblich sein müssen.

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