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China will den Tütentod (…und das ist gut so)

Plastiktüte
White Trash, unrottbar (via Brownphoto, Flickr)

Das Misstrauen gegenüber Entscheidungen der chinesischen Regierung ist immer groß: Den aktuellen Beschluss, Geschäften die kostenlose Abgabe von Plastiktüten zu verbieten, kann man im Angesicht der anderen Umweltsünden des Landes als reine Symbolpolitik bezeichnen, die Geste auch im Hinblick auf das PR-Unternehmen Olympia kritisch sehen. Dennoch ist der Schritt richtig und das Resultat zählt – und das dürfte einen größeren Einfluss auf die Umwelt haben, als viele Skeptiker vermuten (nicht nur, weil sie Blogeinträge wie diesen inspiriert und international Diskussionen anregt).

Allein in der südlichen Provinzstadt Shenzhen werden einer chinesischen Nachrichtenagentur zufolge (via Spon) pro Jahr rund 1,75 Milliarden Plastiktüten verwendet. Das Verbot bringt deshalb ein doppeltes „Weniger“: Wie das Umweltblog Daily Green berichtet, spart China mit dem Schritt jährlich geschätzte 37 Millionen Barrel Öl ein. Denkt man nun an die weiteren Produktionskosten, die Probleme beim Recyceln und die Haltbarkeit von mehreren hundert Jahren, fragt man sich, wieso in Ländern wie Frankreich oder den USA das Thema noch nicht flächendeckend angegangen wurde.

Auch in Deutschland bekommen wir abseits der Einkaufsmärkte viel zu oft kostenlose Tüten in die Hand gedrückt, ob beim Imbiss (“zum Mitnehmen, bitte“), im Klamottenladen oder beim Elektronikdiscounter – anscheinend sind die Hürden für solche Verschwendungen noch zu gering. Doch die Front der Tütenhasser wächst – und als nächstes müsste es eigentlich den Plastik- Joghurtbechern an den Kragen gehen.

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