Zum Inhalt springen

Homo Mobilis oder das Leben der digitalen Nomaden

Flickr Mobile Kid

Wer mich kennt, weiß, wie ich den Economist verehre. Die britische Wochenzeitung lässt mit ihren Themen und Hintergründen die Konkurrenz weltweit abgeschlagen hinter sich – so auch in der aktuellen Ausgabe. “The new nomadism“ heißt das Spezialthema zur Zukunft des mobilen Kommunikation. Autor Andreas Kluth hat dabei die Auswirkung der Drahtlos-Welt auf alle wichtigen Lebensbereiche untersucht und ein Paket geschnürt, dass für mich persönlich so bahnbrechend und inspirierend ist wie seine Bestandsaufnahme der Neuen Medien vor genau zwei Jahren.

Sein Fazit dabei lautet: Der Internetzugang über den Computer wird zur Ausnahme, die neue Welt des mobilen Netzes macht uns alle zu Nomaden, die (durch drahtlosen Zugang an allen Orten) überall gleichzeitig und (durch Multitasking und die Durchdringung von Privat- und Arbeitsleben) doch nirgendwo sein werden. Zu den bemerkenswerten Implikationen aus den Entwicklungen nur ein paar Anmerkungen von mir, die es aufgrund der Länge hier zu lesen gibt.

Ein Gedanke zu „Homo Mobilis oder das Leben der digitalen Nomaden“

  1. Das ist das schöne an einem geisteswissenschaftlichen Magister-Studium: man kann alles machen, was einen interessiert. Was von Herrn Kluth beschrieben wird, ist in dieser Form und Konkretheit natürlich schon irgendwie neu, hat aber geistige Vorfahren. So kann ich zur Lektüre einen bunten Strauß reichen:

    * Neal Stephenson beschreibt nebenbei in „Snow Crash“ und „Diamond Age“ sehr schön und konsequeent wie auch die Konzept „Staat“ und „Gemeinschaft“ sich einem nomadischen Kapitalismus anpassen.

    * Martin Albrow beschreibt in „Abschied vom Nationalstaat“ ebenfalls diesen Aspekt nur eben nicht als Cyberpunkt Roman sondern als Essay.

    * Deleuze und Guattari beschreiben in „Tausend Plateaus“ eine Form des Nomadischen Denkens, dass sich nicht zuletzt aus der Dekonstruktion und dem Poststrukturalismus ableitet.

    Ich selber wollte immer ein Netzliteratur-Rhizom basteln unter der Domain und dem Title Cybersamurai.de, dass modernes Technomadentum mit den sozialen und moralischen Strukturen der Samurai verbindet. Ist leider bis jetzt nichts draus geworden…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.