Zum Inhalt springen

Patchwork-Musik aus NYC

Mal wieder etwas musikalisches: Es mag daran liegen, dass ich New York sehr gerne mag und die Geschehnisse dort etwas genauer verfolge – doch irgendwie habe ich das Gefühl, dass da gerade trotz oder wegen der Rezession musikalisch außergewöhnlich viel passiert. Das eingebettete Video von Fang Island (Song: Daisy) ist nicht nur verstörend lustig, sondern zeigt auch, dass Stadionrock und Folk-Chöre sich längst nicht mehr ausschließen. Fang Island sind aus Brooklyn, von nebenan aus Queens stammen die Freelance Whales, die mit weatherwanes auch ohne Label eines der besten Alben des Jahres veröffentlicht haben. Es sei all denen ans Herz gelegt, denen The Postal Service ein Stück zu künstlich ist – wie der Sound handgemacht auf die Bühne gebracht wird,   ist in diesem Video aus einer New Yorker U-Bahn-Station zu sehen.

Längst jenseits des Untergrunds bekannt sind spätestens seit ihrem aktuellen Album Grizzly Bear; Two Weeks trifft nicht nur den Folk-Zeitgeist, der Song könnte auch exemplementarisch für das Werk aller drei Bands stehen: Zeitlose Patchwork-Musik, die sich Genre-Einordnung und Konventionen verschließt und sich aus dem Sound der Musikgeschichte Anleihen holt, wo immer sie nützlich erscheinen. Das ist kein Sprung ins Ungewisse, wie es Punk war, doch fundamental in einem ganz anderen Sinne: Aus Mashups von Mashups entsteht ganz allmählich der Sound, der die ersten Jahre des nächsten Jahrzehnts prägen könnte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.