Standard & Poor’s, ein politischer Akteur

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Verbliebene AAA-Assets (Foto: ChicagoGeek, Flickr, CC BY-ND 2.0)

Da mich eine miese Erkältung im Griff hat, in aller Kürze: Die Ankündigung von Standard & Poor’s, Deutschland und 14 andere Euro-Länder womöglich bald herabstufen zu wollen, ist per se nichts, was die Märkte nicht bereits seit sechs Monaten eingepreist hätten. Die Analyse ist auch volkswirtschaftlich korrekt.

Allerdings lassen das Timing (kurz nach dem Merkozy-Treffen und wenige Tage vor einem entscheidenden EU-Gipfel), die Art der Veröffentlichung (fast drei Stunden vorher an die Financial Times geleakt), sowie die Wortwahl der Begründung (man macht keinen Hehl daraus, die Gipfelergebnisse beeinflussen zu wollen) nur einen Schluss zu: Standard & Poor’s ist politischer Akteur, mit eigenen Interessen und Machtmitteln. Alles Gerede von S&P als “Fieberthermometer“ oder unabhängige Instanz ist nach den vergangenen Monaten endgültig hinfällig. Es scheint, als habe die Branche nach den unfassbaren Fehleinschätzungen der Nullerjahre (Stichwort „Asset Backed Securities„) eine neue Rolle gefunden.

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