Griechenland und der späte Sieg des Kapitalismus

Greek Protests Demonstrationen

„No thanks, I won’t do what you tell me“ (via apαs, Flickr, CC BY-NC-SA 2.0)

Privatisierungen um jeden Preis, Public-Private-Partnerships bei der Nutzung von Staatsdenkmälern, Lohnkürzungen und Beamtenentlassungen, Senkung des Mindestlohns:   Was uns heute als Rosskur für Griechenland verkauft wird, würden wir unter anderen Umständen als Neoliberalisierung einer Ökonomie betrachten. Eigentlich bemerkenswert, betonen die Verantwortlichen für diese Politik doch an anderer Stelle ihren Willen, einen besseren Kapitalismus zu erschaffen.

Nun ist es nicht so, dass dem Land ein niedrigeres Defizit nicht gut und ein schrumpfender öffentlicher Sektor nicht Not tun würde (letzteres gilt aber zum Beispiel auch für Frankreich). Doch wie soll aus einem reinen Sparkurs Wirtschaftswachstum entstehen soll, konnte mir noch niemand erklären. Das Tafelsilber will noch niemand, weil die Preise sinken könnten, dazu fehlt Athen das Geld, um irgendwelche Industrien aufzubauen oder nachhaltige Investitionen anzulocken. Und wenn kein Geld reinkommt, muss eben weiter privatisiert und gekürzt werden.

Wo das enden soll? Ich glaube, dass wir in absehbarer Zeit eine neue Lage haben werden – den „Grexit“, der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Weil es für keinen der Beteiligten noch Sinn macht und der wirtschaftliche Preis des Austritts langsam politisch und volkswirtschaftlich schmerzhaft, aber akzeptabel gegenüber einem Schrecken ohne Ende erscheint.

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