Linkbündel: Ende des Ölzeitalters, Piraten, LoudSauce

Saucenschalen

SilentSauce (Foto via Paul Worthington, CC BY-NC 2.0)

Ende des Ölzeitalters
Endlich wieder wichtige Debatten. Zum Beispiel über den Benzinpreis. Was sich hinter der Diskussion um die Gewinnmargen der Treibstoffkonzerne und die Pendlerpauschale  versteckt, kommt mir eher wie der Versuch vor, Beyond Peak Oil zu ignorieren. Womöglich wird es im Rückblick einmal ganz einfach zu bewerten sein: 2012 war das Jahr, in dem Europa erstmals merkte, wie sich das Zeitalter der fossilen Brennstoffe dem Ende zuneigte.

Piraten
Jens Best hat, versteckt im Kommentarthread bei Ole Reißmann, einen ausführlichen Rant zu den Piraten hinterlassen, der neben den bekannten Überspitzungen auch einige Wahrheiten enthält. Eigentlich kommen solche Abrechnungen zu früh, denn die Piraten sind bislang vor allem ein Hack ins gängige politische System, bei dem sich nichts jenseits von Wahlerfolgen und Rezeption bewerten ließe. Ich behaupte mal, im Moment besteht die Anziehungskraft der Piraten vor allem aus drei Dingen: 1) Projektionsfläche für politische Veränderung 2) Versprechen neuer Politikprozesse (nicht unbedingt einer neuen Politik) 3) Dialog der Partei mit den Wählern. Man muss zur Kenntnis nehmen, dass all dies den etablierten Parteien offensichtlich nicht gelingt. Umgekehrt habe ich keine Lust auf ein Diskursklima, in dem die richtige Antwort auf “Wie stehst Du zu den Piraten?“ erst einmal Zulassungsberechtigung zu einer Debatte über die Partei ist. Mir persönlich steht auf der Theorieebene die Occupy-Bewegung mit ihrer Utopie einer besseren Welt deutlich näher – und selbst die kann man ja durchaus auch als 90er-Retro-Utopiebewegung bezeichnen.

LoudSauce
LoudSauce ist ein Startup, das sich für die Knight Newschallenge bewirbt und es Bürgern ermöglichen möchte, per Crowdsourcing Geld für die Platzierung von Werbespots zu sammeln. Die Idee dahinter finde ich ziemlich spannend: Wenn wir bislang von Bürgerbeteiligung sprechen, meinten wir meist die direkte Partizipation. Eine Art dezentraler Cause-by-Cause-Aktivismus ist aber eine ziemlich gute Idee (und auch etwas anderes als Kickstarter) in einer Welt, in der Kampagnen nicht mehr unbedingt einen Mittelmann brauchen. Allerdings verstehe ich nicht, weshalb sich LoudSauce offensichtlich auf Videokampagnen beschränkt.

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