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Linkbündel: Türkei, China und die Karibik, Murdoch-Empire, Ruiniert

Bahamas Sonnenuntergang

Keine Hinterhofinsel (Foto: Hoffy999, Flickr, CC BY-NC-ND 2.0)

Türkische Ambitionen

Im Moment wird viel über das außenpolitische Auftreten der Türkei debattiert, im Spiegel stand ein Essay und auch der Economist hat darüber etwas geschrieben. Nun ist der Wille, eine größere außenpolitische Rolle einzunehmen, dort schon länger zu erkennen; spätestens seit dem Ende der guten Beziehungen zu Israel auch eine gewisse Rücksichtslosigkeit Robustheit. Allerdings sollte man sich davor hüten, „Neo-Ottomanen“ am Werk zu sehen – vielmehr ist die türkische Außenpolitik immer noch Trial & Error. Übrigens zeigen sich Ankaras Ambitionen nicht nur politisch. So ist die erste Fluglinie, die seit kurzem wieder eine regelmäßige Verbindung nach Mogadischu anbietet, Turkish Airlines.

 China und die Karibik

Unumstrittener Großinvestor weltweit ist China, und das wird sich womöglich auf Jahrzehnte nicht ändern. Die New York Times berichtet nun darüber, dass Peking inzwischen auch in der Karibik massiv in die Infrastruktur investiert – im vermeintlichen Hinterhof der USA. Es dürfte dem US-Außenministerium beinahe körperliche Schmerzen bereiten, so zügig das Ende des Weltmacht-Monopols vor Augen geführt zu bekommen.

Das Murdoch-Empire

Business Daily, diese wahnsinnig gute Wirtschaftssendung der BBC, hat sich neulich mit dem Murdoch-Empire beschäftigt. Im Nebensatz war dort etwas zu hören, dessen Konsequenz mir bis dahin nicht klar war: James Murdoch, der jetzt wohl kaum noch Chancen auf News Corp hat, war überhaupt nicht an den Zeitungen des Konzerns interessiert. Nun stellt sich die Frage: Wenn selbst der Murdoch-Sohn sich nicht um den einstigen geistig-moralischen Kern des Imperiums schert, wer dann? Damit dürfte abzusehen sein: Wenn Rupert Murdoch abdanken oder sterben sollte, wird News Corp die Print-Produkte abstoßen. Und damit würde im Westen wirklich die Zeit der großen Zeitungsmogule zu Ende gehen. Für immer.

Ruiniert

„Ruiniert“, Lynn Nottages Drama über Frauen im Bürgerkrieg, ist nun erstmals auf einer deutschen Bühne aufgeführt worden, in Konstanz, um genau zu sein. Allerdings offenbar so schlecht (und zu Kalauersätzen wie „Regisseur ruiniert Ruiniert“ einladend), dass ein Besuch am Bodensee noch weniger lohnt als ohnehin schon. Sollten deutsche Theatermacher hier mitlesen: Bitte unbedingt in den Spielplan aufnehmen und richtig machen.

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