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Hate Radio

Former RTLM Offices, Kigali

Foto: Noodlepie (Flickr, CC BY-NC 2.0)

Im zweiten Stock dieses unauffälligen Gebäudes im Herzen der ruandischen Hauptstadt Kigali hatte 1993/94 der Radiosender „Radio Télévision Libre des Mille Collines“ (RTLM) seinen Sitz. Von hier wurde der Genozid der Hutu an den Tutsi vorangetrieben, eingestreut zwischen Popsongs aus aller Welt und bekiffte Witze. Durch Hasspredigten, aber auch durch gezielte Hinweise auf Verstecke von Tutsi-Angehörigen, stachelten die Moderatoren die Milizen im ganzen Land an, Menschen zu vergewaltigen, zu foltern, zu zerstückeln. Männer, Frauen, Kinder, Tutsis und verdächtige Hutus, Junge und Alte. Insgesamt starben innerhalb von wenigen Monaten zwischen 800.000 und einer Million Menschen, geschätzte 200.000 Menschen wurden zu ihren Mördern.

Ich möchte nicht viel darüber schreiben, was das Bühnen-Re-Enactment „Hate Radio“ , das ich diese Woche sehen durfte (hierzu ein TTT-Bericht und ein Kulturzeit-Transkript) in mir ausgelöst hat. Wer zwischen dem 16. und 18. Mai in Berlin ist, kann sich das Stück beim Theatertreffen selber ansehen. Ich möchte nur, dass wir, die nicht vergessen müssen um weiterzuleben, nicht vergessen. Und dass wir nicht wegsehen, in Syrien, Sudan, dem Kongo oder wo auch immer Konflikte unterhalb des Radars einer größeren Weltöffentlichkeit stattfinden.

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