Der diversifizierte Konservatismus

Erlebt das bürgerliche Lager gerade seine Wachablösung?

Was ist konservativ?

Proteste gegen die gleichgeschlechtliche Ehe in Paris: Ein neuer Konservatismus? (Foto: ygouvernnec, Flickr, CC BY-NC-SA 2.0)

Ein paar Gedanken für ein Stück, das ich demnächst mal ausführlicher aufschreiben werde. Nachdem man über Jahrzehnte immer von der „Spaltung der Linken“ gesprochen hat, erscheint es mir angezeigt, einmal die Spaltung der Konservativen durchzudenken. Die Strömungen von Libertären über Euroskeptiker bis Homo-Ehen-Gegner sind inzwischen sehr divers, während der das „große Zelt“ sich im Zuge der gesellschaftlichen Modernisierung in Richtung Mitte bewegt. Eine für die europäischen Volksparteien in dieser Form neue Konstellation, früher ging es ja vor allem darum, die rechte Flanke nicht verwaisen zu lassen (plus in Deutschland den katholisch-sozialen Flügel).

UKIP in Großbritannien
, die jungen französischen Straßenkonservativen, die AFD in Deutschland – sie alle sind so in den klassischen konservativen Parteien-Mainstream nur schwer einzubinden. Wächst dem inzwischen quasi domestizierten Konservatismus ein diversifizierter Konservatismus als feindlicher Bruder heran?

Ideen, Einwürfe und Gedanken sind wie immer sehr willkommen!

4 Gedanken zu „Der diversifizierte Konservatismus“

  1. Diese Beobachtung teile ich. Und ich sehe durchaus Potenzial für eine diversere Parteienlandschaft rechts der Mitte. Allein, was zum Beispiel die CSU in Bayern an Phrasen am politischen Aschermittwoch ablässt, dient ja dazu, bis an den äußeren rechten Rand zu fischen. Hat dieses Klientel dann eine Partei zu Auswahl, die nicht nur Sprüche macht, sondern bestimmte Forderungen tatächlich ins Parteiprogramm aufnimmt, dann diese auch gewählt.

    Generell: Gerade in Zeiten der Krisen, Unsicherheiten usw. neigen ja Menschen dazu, sich an den Flügeln zu orientieren. Und warum nicht auch bei den Konservativen

  2. Diese Proteste in Frankreich fand ich auch sehr irrtierend. Als lebten wir nicht im 21 Jahrhundert. Womit ich mich dann immer etwas beruhige: Das ist ja nichts wirklich Neues. Wie hieß dem Schill seine Partei nochmal? Dabei kommen uns (Linken) zwei Aspekte entgegen: Die meisten Konservativen sind schlicht zu konservativ um wirklich gegen die Ihren aufzubegehren. Die die es doch machen, sind meist schlicht zu dämlich (Schill hatte ich schon erwähnt, oder?), oder gleich Faschos.

    Die Flügelbildung bei den Linken finde ich aber auch mit den Jahren immer schwieriger zu ertragen. Ich werde wohl alt.

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