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#NuitDebout: Zurück in den Klassenkampf

Nuit Debout Paris

Deutschland kreist um Böhmermann und sich selbst, dabei sind die Nächte in Paris unter dem Hashtag #NuitDebout gerade viel spannender. Es ist leicht, Studentenproteste in Frankreich als Ritual zu verniedlichen und in den vergangenen Jahren hatten sie häufig etwas von einem Feel-Good-Treffen oder Status-Quo-Bewahrung. Doch 2016 steht die Zusammenkunft neben dem französischen auch im globalen Kontext, von den Indignados bis zu Feel the Bern.

Ich bin überzeugt, dass der Klassenkampf gerade zurückkehrt und wir eine neue Phase erleben, nachdem in den vergangenen Jahren vor allem um postmaterielle Werte gestritten wurde. Der Zustand westlicher Gesellschaften im Spätkapitalismus ist für alle sichtbar. Dass Demonstranten weder institutionelle, noch viele parteipolitische Anknüpfungspunkte erkennen können, zeigt den Ernst der Lage und wie notwendig ein Update für die Demokratie in den Industrienationen ist. Die Frage ist, ob #NuitDebout der Katalysator ist (und für was – eine Partei?), die Bewegung im Sande verläuft oder ein radikaler Teil die Oberhand gewinnt und so mögliche Sympathisanten abschreckt.

Die Zeit ist reif, aber die Chancen auf Veränderung werden sich zuallererst an einer Frage entscheiden: Ist diese Generation mit besseren Chancen für sich selbst zufrieden*, oder will sie für alle kämpfen?

*im Falle Frankreichs: Mit der Bewahrung des Status Quo, also dem Verhindern der neuen Gesetze.

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