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Das Ende von Big Sugar?

Yinnon's chocolate bars

Bloomberg Businessweek hat eine interessante Geschichte zur Diversifizierung von Nestlé: Weil das Süßwarengeschäft mittelfristig nicht ausreichend wächst und Industriezucker langsam als die Plage erkannt wird, die er ist, steigt das Unternehmen in die „Health Food“-Sparte ein. Neben den Süßigkeiten auch Abnehm-Produkte und Diabetes-Pillen zu verkaufen, ist natürlich ein perfekter Geschäftskreislauf und unser durchaus krankhaftes Verhältnis zu unserem Körper ein guter Kaufanreiz für Post-OP-Milch und Anti-Alzheimer-Suppen.

Im Hintergrund schwebt aber eine weit größere Bedrohung als sinkende Umsätze: mögliche Sammelklagen gegen die Süßwaren-Industrie.

“Sugar is not addictive,” [Stefan] Catsicas [Nestlé CTO] says. “You get habituated to sugar, which is not being addicted.” (…) In an hourlong disquisition on Nestlé’s efforts to make its core products healthier while also venturing into medicine, Catsicas says the company badly wants to “be part of the solution” to obesity. That desire, he argues, reflects evolving scientific understanding. ‚Ten years ago, my predecessor could have said we didn’t really know‘ about the scale of the problem, he says. Now, ‚everybody knows that there is an issue.‘

Who knew what and when may be a subject of more than academic concern. ‚If a class-action group of lawyers can determine that food companies have known just how toxic sugar levels are, they will do what they’ve done to the tobacco industry,‘ says Peter Jones, a nutritional scientist at the University of Manitoba.“

Der Guardian hat vor ein paar Wochen die Geschichte von John Yudkin aufgeschrieben, der in den Siebzigern auf die Zucker-Gefahren hinwies und daraufhin von Lebensmittel-Industrie und anderen Forschern diskreditiert wurde (stattdessen wurde Fett dämonisiert). Die Wissenschaftlerin Christin Kears versucht gerade, Beweise über die Manipulation von Forschungsergebnissen durch die Lebensmittelindustrie zu finden. Die entscheidende Frage ist, ob die Firmen aktiv Forschungsergebnisse verschleiert/manipuliert haben oder schlicht keine unliebsamen Studien dazu durchführen ließen.

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