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Kubas ewige Gegenwart

Havanna Malecon

How Much Change Will Cuba’s New President Bring?
Cuba: Life on the Verge
Jurassic Park (€)

Was ich durch Gespräche, vor allem aber Gesprächsandeutungen mit Kubanern verstanden habe: Neun von zehn Kubanern verachten das Regime, aber das ist für die Regierung insofern irrelevant, als sie eine andere Quote verfolgt – 10 von 10 Kubanern sollen darüber niemals sprechen, nicht mit Fremden, nicht mit Freunden, nicht mit ihrer Familie. Was offenbar nicht mehr ganz so gut klappt (siehe Link zur Spiegel-Geschichte „Jurassic Park“), auch wenn sich dies meines oberflächlichen Eindrucks nach in einer latenten und absichtlich ziellosen Unzufriedenheit und den Satzbausteinen „Kuba sagt…, aber….“ oder „Kuba müsste…, aber“ zu äußern scheint.

Was mich am meisten verblüfft hat, ist die ewige Gegenwart der Insel. Nicht nur wegen des technologischen Rückstands, sondern auch, weil jede Form von Veränderung problematisch erscheint: Eine Fortsetzung oder Beschleunigung des unendlichen Niedergangs genauso wie eine Öffnung. Denn die würde nicht nur eine auf den Kapitalismus völlig unvorbereitete Bevölkerung treffen, sondern auch die Exil-Kubaner aus Florida auf den Plan rufen, die ihre Ansprüche anmelden und mit ihren Dollars einen Großteil der Immobilien aufzukaufen versuchen würden. Die Gegenwart ist also surreal hoffnungslos, aber zumindest sicher und stabil. Die Zukunft hat außer in den Träumen nicht viel mehr zu bieten.

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