Echokammer, überdacht

How Social media took us from Tahrir Square to Donald Trump

„Die Behauptung, dass wir online nur ähnlichen Sichtweisen wie unseren eigenen begegnen, ist nicht die ganze Wahrheit. Während Algorithmen den Menschen oft das geben, was sie sowieso hören wollen, zeigt die Forschung, dass wir online wahrscheinlich einer größeren Bandbreite an Meinungen begegnen als offline – oder als wir vor der Erfindung digitaler Werkzeuge ausgesetzt waren.

Das Problem ist vielmehr, dass das Aufeinandertreffen mit anderen Meinungen im Kontext von Social Media etwas anderes ist, als bei der einsamen Lektüre einer Zeitung. Es ähnelt eher der Situation in einem Fußballstadion, wenn wir sie von den Gegnern hören, während wir unter den Fans unserer eigenen Mannschaft sitzen. Online sind wir mit unseren Gemeinschaften verbunden und wir suchen die Anerkennung von Gleichgesinnten. Uns verbindet mit unserem Team, dass wir die gegnerischen Fans anschreien.

In soziologischen Begriffen: Wir stärken das Gefühl der Zugehörigkeit zur ‚Eigengruppe‘, indem wir Distanz und Spannungsverhältnis zur ‚Fremdgruppe‘ ausbauen. Wir gegen sie. Unser kognitives Universum ist keine Echokammer, unser soziales Universum schon.“

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