…niemals so groß geworden wäre

Why I (still) love tech: In defense of a difficult industry

Paul Ford mit einem ziemlich epischen Essay über sein Verhältnis zu dem, was mit „Tech“ eigentlich nur unzureichend beschrieben ist. In Gänze äußerst lesenswert, hier nur ein Auszug:

„Wie veränderst du eine Branche, die keinen Haltepunkt kennt, nicht einmal, um Luft zu holen? Wir haben keine Anführer, keine Wahlen. Wir hatten niemals erwartet, die Welt zu übernehmen! Es war nur eine Szene. So wie U2 mal eine kleine Band in Irland mit ein paar guten Alben war und dann mit der Zeit zu dieser riesigen, weltumspannenden Band-als-Marke wurde mit Stadionkonzerten unter riesigen Roboter-Strukturen, bei der Bono mit Paul Wolfowitz herumhängt. Tech ist genauso, aber es macht einfach weiter. Stell dir vor, du wärst Mitte der Neunziger Fan der Band Swervedriver gewesen, aber in 2019 dir jemand auf CNBC erzählt, dass Swervedriver ungefähr…keine Ahnung, zehn Prozent des globalen Wirtschaftswachstums ausmacht, die Renditen von Öl und Holz übertrifft. Das ist die Tech-Branche.“

Tech ist ein zivilisatorisches Wunder, auch wenn Oliver Nachtwey mit seiner Religionsthese wohl „Siehste!“ rufen würde. Aber es ist vom Großteil des 20. Jahrhundert aus betrachtet ein ziemliches Wunder: Aus ein paar verlöteten Platinen und groben Pixeln ist ein vernetzter Supercomputer in der Hosentasche geworden. Als Nebenwirkung hängt nun auch noch unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem dran.

Nur sind zivilisatorische Wunder nicht mit ziviliatorischen Utopien zu verwechseln. Obwohl eben die heutige Rechenkraft aus damaliger Sicht nichts anderes als utopisch erscheinen konnte.

3 Gedanken zu „…niemals so groß geworden wäre“

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