Politik als Identitätsangebot

Hegemoniale Schattenkämpfer von Rechts – Analysen von David Begrich

In dem langen Feature von Sammy Khamis sind sehr viele hilfreiche Analysen. Ein Konzept will mir allerdings nicht aus dem Kopf gehen: Identitätsangebot. Denn darum geht es letztlich, wenn wir von Hegemonie, vorpolitischem Raum etc. sprechen.

Weil ich viel mit Parteien zu tun habe, muss ich das natürlich gleich darauf anwenden. Identitätsangebote liefern in meinen Augen gerade Grüne (Ökologisches Bewusstsein, Gesellschaft der postmateriellen Verständigung), AfD (Nation und Volk, rassisch konnotiertes Verständnis von „Deutsche/r“), FDP (Liberalismus, Offenheit und Staatsferne). Die Union und ihren Konservatismus als Stützpfeiler der Republik + institutioneller Bindung könnte man eventuell auch noch dazu zählen, aber da wird es schon schwammig. Bei SPD und Linken ist es am schwierigsten, weil es sehr komplexe und auch widersprüchliche Gebilde sind.

Das aber nur mein Eindruck. Nun ließe sich hinterfragen, wie neu das ist. Vielleicht ist es auch alt und kehrt zurück: Das Identitätsangebot ist ja aus dem politischen immer mehr in den vorpolitischen Raum gerückt und wird à la Carte gewählt. Dort die Leute abzuholen erscheint dann ja irgendwie auch logisch und ist letztlich nur eine Variation der Gramsci’schen Theorie.

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