Nachruf aus dem Gutenberg-Universum

Larry and Sergey: a valediction

„When, in 1965, an interviewer from Cahiers du Cinema pointed out to Jean-Luc Godard that “there is a good deal of blood” in his movie Pierrot le Fou, Godard replied, “Not blood, red.” What the cinema did to blood, the internet has done to happiness. It turned it into an image that is repeated endlessly on screens but no longer refers to anything real.“

Nicholas Carr mit einem bitterbösen Nachruf auf die Ära Page-Brin. Ein Nachruf aus den Tiefen des verblassenden Gutenberg-Universums.

P.S. Ich hatte hier mal 2008 über Carr und seine Sorge vor dem Suchmaschinen-Menschen gebloggt:

„Die zukünftigen Aufgabe unserer Gesellschaft bezüglich des Internets müsste deshalb um zwei Punkte erweitert werden: Eine Alphabetisierung der Menschen zur Publizierung eigener Ausdrucksformen, auch und vor allem im Internet, und die Befähigung des Einzelnen, sich Informationen auch in einer Offline-Welt zu beschaffen. Denn in der Tat ist die Vorstellung eines Suchmaschinen-Gehirns ohne Suchmaschine eine ziemlich angsteinflößende.“

Interessant und doch fremd, welche Debatten wir damals geführt haben. Die Alphabetisierung lässt sich wahrscheinlich als geglückt bezeichnen, angesichts dessen, wie viele Menschen die ausgefeilte Technik der Diskurs-zu-Entgleisen-bringen inzwischen beherrschen. Aber das war natürlich von mir etwas idealistischer gemeint, man könnte auch sagen: naiv.

4 Gedanken zu „Nachruf aus dem Gutenberg-Universum“

  1. …und dann kamen die Jungs und Mädels mit den Business-Plänen und taten das, was sie immer tun: Qualität so lange zerreiben, dass sie größtmöglich zum Produkt werden kann. Idealisten waren da nur inhaltliche Anschublieferanten. Und wir bleiben es noch, nun aber trotzig und stolz.

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