Microblog – Freitag, 24. Januar 2020

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Polizeigesetz zunächst ohne Gesichtserkennung (Tagwerk)

„Und morgen bist du tot!“ „Seit dem 4. November habe ich täglich Hunderte, manchmal mehr als tausend Zuschriften erhalten. Darunter täglich ein Dutzend Morddrohungen, fast 400 insgesamt. So viele wie noch nie.“ Es ist einfach nur bitter und ich bin ratlos, wie man eine gesellschaftliche Schutzstruktur entwickeln kann. Denn das ist ja der Kern: Dass Solidarität gut und schön ist, aber eben die einzelne Person doch alleine ist mit all den Drohungen. Da werden die geplanten Gesetzesverschärfungen nur minimal etwas ändern, befürchte ich.

  Cloud Backups and Encryption; Facts, Principles, and Concerns ($) Interessante Kategorisierung in der Debatte zu Verschlüsselung und Gesichtserkennung. Drei Gruppen: 1. Die Mathematik-Fatalisten – die Technik ist da, also sollten sie jedem zugänglich sein. Pro Verschlüsselung, pro Gesichtserkennung. 2. Die Privatsphären-Fundamentalisten: Privatsphäre ist das höchste Gut, pro Verschlüsselung und gegen Gesichtserkennung. 3. Die Gruppe „Recht und Gesetz“: Schlechtes Verhalten zu registrieren und auszuschalten als Kernaufgabe, von der sich alles ableitet. Für Gesichtserkennung, gegen Verschlüsselung.#

The Way We Write History Has Changed Von Alexis Madrigal verlinke ich inzwischen fast jedes Stück, weil ihm immer eine kluge Perspektive einfällt. So auch hier: Wer in physischen Archiven recherchiert, macht inzwischen Tausende Fotos statt Fotokopien oder gar nur Notizen. Das demokratisiert die Archivarbeit und lässt die Ansprüche steigen – denn Historiker, ob professionell oder Hobbyisten, können noch mehr Dokumente einsammeln. Und dann gibt es selbstverständlich noch Digitalarchive: Sie ermöglichen noch mehr Zugang. Allerdings kann es Folgen haben, wenn die Archivarbeit vom Ort entkoppelt wird, man also nicht das Drumherum erlebt (ein Problem, das auch der Journalismus hat) und so tatsächlich verorteter Kontext fehlt. Und der Zugang zu so viel Wissen kann es erscheinen lassen, als hätte man alles bereits gesammelt – man überschätzt sein Wissen. Auch das kommt uns bekannt vor…#

Die neue Lust am Leiden Das Unbehagen der Identitäten Zwei taz-Artikel mit jeweiligen Gegenstandpunkten zum Thema progressive Identitätspolitik. In beidem finden sich gute, wie auch Strohmann-Argumente.#

A true digital media publishing breakthrough Gute Nachrichten von einigen US-Jungmedienfirmen: Erstmals stehen Gewinne bei Business Insider, Vox Media, The Information, Axios und Politico zu Buche, The Athletic, BuzzFeed und Vice erwarten sie dieses Jahr. Ich kann mich nur wiederholen: So krass die Kürzungen zwischendurch waren, risikokapitalfinanzierte Digitalmedien haben in Deutschland gefehlt. Als Ausbildungort und als Antreiber, um die größeren etablierten Verlagstitel zur Veränderung zu zwingen. #

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