Unsere moralische Vorstellungskraft

Moral Imagination Holds The Key

„‚Moralische Vorstellungskraft ist ein Begriff, den sich der Literaturkritiker David Bromwich von Edmund Burke leiht, um die Befähigung zur Opferbereitschaft zu beschreiben. Moralische Vorstellungskraft anzuwenden heißt, sich die Schicksale weit entfernter Mitbürger vor Augen zu führen, weil diese wahrscheinlich von unseren Handlungen betroffen sind. Und ‚je unwahrscheinlicher oder ferner der Pfad der Sympathie ist‘, wie Bromwich schreibt, ‚desto sicherer darf er als Beweis für moralische Vorstellungskraft dienen.“

In diesen Tagen, in denen „der/die Nächste“ nicht nur körperliche Distanz entfaltet, sondern das Verhältnis zur Coronakrise gegenseitiges Misstrauen verstärkt, ist das fast ein säkular-religiöses Bekenntnis: Empathie statt Schubladen für unterschiedliche Kategorien der Aufgeklärtheit, statt einer Vorstellung von gesellschaftlichem Zusammenleben als regelmäßiges Nullsummenspiel.

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Ein Gedanke zu „Unsere moralische Vorstellungskraft“

  1. Also ein Sich-selbst-Zurücknehmen zum Wohle des Anderen, aber als gesamtgesellschaftliche Übung? Klingt nach einer Sache, an der ich gerne teilhaben würde.

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