Der Lockdown der Anderen

Covid-19 is undoing years of progress in curbing global poverty

„Die großen Fragen sind: Wie viele Millionen werden ins Elend abrutschen? Und werden sie dem nach der Pandemie schnell wieder entkommen, oder werden die Auswirkungen lange andauern, vielleicht sogar dauerhaft sein?

Die Antworten auf diese Fragen sind furchtbar schwierig zu finden: Die Weltbank schätzt, dass Lockdowns und der globale ökonomische Stillstand mindestens 49 Millionen Menschen in die extreme Armut drängen werden. Das würde die Fortschritte sei 2017 zunichte machen. Das erscheint so rosig, dass es unrealistisch wirkt: Die Schätzung der Bank basiert auf Daten, die im April veröffentlicht wurden.

Die jüngsten Zahlen sind deutlich düsterer: Goldman Sachs schätzte zum Beispiel am 17. Mai, dass die indische Wirtschaft effektiv um 45 Prozent schrumpfen wird. Andy Sumner vom King’s College London schätzt, dass im Falle eines Rückgangs des Pro-Kopf-Einkommens um 20 Prozent (was zumindest für einige Monate möglich ist) die Zahl der Menschen in extremer Armut um 420 Millionen wachsen könnte. Das entspräche der gesamten Bevölkerung von Lateinamerika. Dies würde ein Jahrzehnt des Kampfs gegen Armut zunichte machen.

(…) Einige Formen des Lockdowns könnten mehr Leben kosten, als sie retten. Eine Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine geht davon aus, dass im Falle wegen Kontaktbeschränkungen ausfallender Impfungen in Afrika 140 Menschen für jeden verhinderten Covid-19-Todesfall sterben würden.“

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