Die Bono-Perspektive

Burma’s Hidden History
Amid Crisis, Venezuela’s Maduro Deepens Control

Im oben verlinkten Podcast kommt irgendwann die Sprache auf diesen bono-artigen Glauben der Nullerjahre, dass Aung San Suu Kyi Demokratie westlicher Prägung verkörpert. Doch die Realität entlarvte später die Naivität dahinter (ihre Bindung zum Militär durch die Verbindung zu ihrem Vater; nach der Wahl überalterte Mitstreiter ohne Erfahrung; sie selbst offensichtlich keine Anhängerin eines Vielvölkerstaats).

Bono steht für vieles, er steht aber politisch vor allem für die Weltfremdheit des Westens im Glauben an das Ende der Geschichte, verkörpert durch einzelne Personen als Werkzeug dieser Entwicklung (man könnte sie auch „Change Manager“ nennen). Ein Wunschdenken, das viele westliche Länder inklusive Deutschland dazu ermutigte, Juan Guaidó als Venezuelas Präsidenten anzuerkennen. Was diesen Ländern wiederum die Möglichkeit verbaute, als Vermittler aufzutreten und eine Übergangsregierung auszuhandeln.

Auch hier war die Erzählung (ein Maduro-Gegner verkörpert den Willen der meisten Bürger Venezuelas) einfacher als die komplexe Realität. Ich erinnere an das Zitat eines US-Offiziellen aus diesem Longread: „Er ist noch kein Anführer, aber inzwischen sind die Venezolaner so verzweifelt, dass man sogar einen Hund auf ein Podium setzen könnte und sie würden ihn wählen.“ Offenbar nicht.

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