micro.kopfzeiler – Wege weg von Twitter

Ich will mich nicht zu sehr wiederholen. Okay, ein bisschen vielleicht: Twitter ist kein guter Ort, zumindest nicht für mich. Sich von einem Algorithmus trainieren lassen, mittels Snark einen Kapitalstock an Likes und Followern für künftige Aufmerksamkeit zu sammeln: Keine gute Idee. Seine Zeit damit verbringen, eine völlig überdrehte Beurteilungsmaschine zu füttern und Menschen in verschiedene Schubladen von Aufgeklärtheit einzusortieren? Klingt nicht gesund.

So aber funktioniert Mainstream-Twitter immer stärker, seitdem 2016 Viralität Chronologie auf der Startseite abgelöst hat (und da rede ich noch nicht mal von der existierenden Mobbingkultur). Die glückliche Entdeckung ist kalkulierten emotionalen Reizpunkten gewichen. Nicht überall, sicher. Aber doch so allgegenwärtig, dass ich meine Dosis weiter senken sollte. Und werde. 

Entdeckungen, Hinweise auf mir bislang Unbekanntes. Links und Dinge, die mich begeistern. Gedanken, die es wert zu teilen sind. Kontext zu Informationen und Nachrichten, die kursieren. Das alles will ich wieder näher bei mir haben. Konkret auf micro.kopfzeiler.org, das ich am Wochenende aufgesetzt habe. Microblogging @home, quasi. Das wird keine Reichweite bringen, aber ehrlicherweise würde es das auch auf Twitter nicht. Follower existieren hier in diesem kleinen Universum nicht (außer per RSS, hier der Feed :-). Das Mikroblog wird also eher einem Notizbuch gleichen, das ein paar Mitleser hat. 

Eigentlich baue ich damit etwas für mich, was mir seit einiger Zeit da draußen fehlt: Eine Webseite, die ich in Momenten der Langeweile öffnen kann (statt Twitter, wo gleich wieder die Emotionsfallen warten), die mich überrascht, Überschriften nicht als Köder auslegt und gleichzeitig schnell zu lesen ist. Das mag ich. Und lade ein, mich drüben (und für längere Sachen weiterhin hier) zu lesen.

Foto:  neo5268

4 Gedanken zu „micro.kopfzeiler – Wege weg von Twitter“

  1. nur so als kleine rückmeldung: schön; finde ich gut. 🙂

    darüber hinaus: der standard rss-feed wird von meinem feedreader (ältere version von miniflux) zeitmäßig nicht korrekt verstanden. da sind die letzten ~10 beiträge nicht mit dem erstelldatum sondern mit dem zeitpunkt des abrufs des feeds datiert; da rutschen also jene beiträge immer nach ganz vorne im reader. mit dem atom-feed (https://micro.kopfzeiler.org/atom) wuppt alles bestens. ¯\_(ツ)_/¯

  2. @Ute: Aktuell ist das sehr nachvollziehbar. Es gibt ja auch Studien über die Hauptstadtjournalisten in die USA, die sich vor allem mit anderen Hauptstadtjournalisten unterhalten.

  3. @Thomas Danke für die Rückmeldung und die Info! Das mit dem Stanard-RSS ist seltsam, muss ich mal gucken, ob ich das korrigieren kann.

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