Umrisse der Klima-Dystopie

Jetzt, da der Nahe Osten gerade wieder einmal von einer Hitzewelle heimgesucht wird (Temperaturen über 40, stellenweise bis zu 50 Grad), muss ich an dieses Stück über die Demonstrationen im Irak 2019 denken:

„In its fourth decade of war, amid exploitation of its resources, and near the equator of a swiftly heating planet, Iraq now faces desertification across nearly 90 percent of its territory. The lush, historic waterways that once defined the country, including the Tigris and the Euphrates, have decreased in flow by more than 40 percent due to drought and the unfettered construction of dams upriver by Iran, Turkey, and Syria. Drought, conflict, and resource mismanagement have placed an agricultural system that was once the ancient world’s breadbasket on the brink of total collapse. Residue from hundreds of thousands of tons of bombs dropped by US and allied forces are entrenched in soil, waterways, and—worst of all—the bodies of the survivors. Contaminants from vast oil well and factory fires set by ISIL will linger in the lungs and lands affected for untold generations. (…)

Iraq’s exploitation has been so total that fear no longer has any purchase with a generation that has nothing left to lose. There is no pretense of democracy to believe in; no shared wealth to seduce them into complacency; and almost no soil, air, or water left for them to survive.“

Die jüngere Geschichte des Irak ist die von (amerikanisch geführtem) Krieg und Bereicherung der Wenigen am Öl, dessen Verbrennung wiederum die Erde erhitzt hat und das Land nun zügig unbewohnbar macht. Eine Land, dessen Durchfurchung mit den Überbleibseln des Krieges ohnehin eine ökologische Vollkatastrophe darstellt.

Wenn wir von den Klima-Dystopien reden, die da warten mögen – hier bekommen wir ihre Umrisse schon zu sehen. Ganz unabhängig von Erwärmungswerten wie 1,5 Grad Celsius.

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2 Gedanken zu „Umrisse der Klima-Dystopie“

  1. Heute saß mein Sohn da, nach den Nachrichten, mich anschauend. „Papa“, sagte er zu mir langsam, mit ruhiger Stimme, „2035. Da wird es kein Eis mehr in der Arktis geben.“ Er schaute mich an ohne zu blinzeln. „Du wirst gerade mal 35 Jahre alt sein“, sagte ich zu ihm. „Ich weiß, Papa.“ Sein Blick verzweifelt. Zwei große Tränenflüsse haben sich schon längst ihren Weg durchs Gesicht gebahnt. „Was können wir tun?“

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