Ernüchterndes von Print zur Paywall

Zwei Screenshots aus dem Reuters Institute Digital News Report 2021 (pdf):

Print-Reichweite nach Corona
Bezahlte Online-Verbreitung in Deutschland wächst kaum

Die Print-Nutzung im deutschsprachigen Raum sank in den vergangenen fünf Jahren deutlich, in Deutschland gab es aber kaum Veränderungen bei der digitalen Bezahlbereitschaft.

Die positive Interpretation wäre: In Deutschland wird das Marktpotenzial für digitale Pay-Produkte noch nicht ausgeschöpft, über Marketing, UX sowie Nischen- und neue Bündel-Angebote ließe sich da einiges aufholen.

Das ist sicher nicht falsch, aber am Ende lassen sich fundamentale strukturelle Entwicklungen auf der Nachfrageseite nicht einfach durch bessere Angebote kompensieren. Der physische Flaschenhals bei der Verbreitung von Nachrichten in Textform existiert nicht mehr. Und ein neues Geschäftsmodell lässt sich nicht herbei beschwören. Schon gar keines, das die Existenz eines Unternehmensapparats sichert.

3 Gedanken zu „Ernüchterndes von Print zur Paywall“

  1. Dass die Nachbarländer Schweiz und Niederlande sowie auch die USA ein gutes Stück vorneweg sind, könnte nahelegen, dass es stark am Preis liegt. Die Zeiten, wo man für die tägliche SZ oder FAZ 30 Euro im Monat hingelegt hat, kommen wohl nicht wieder.

  2. @Paul: Die reinen Web-Abos sind ja eher so 10-15 Euro. Aber joah, natürlich ist das intern immer eine schwierige Diskussion. Genau wie die Frage, ob ich wirklich noch Inhalte präsentieren sollte, die sich vorwiegend an der klassischen Funktion „Übermittlung und Einordnung des Tagesgeschehens“ orientieren. Ein „Spotify für Verlage“ lässt sich IMO kaum aufhalten. Die Frage ist nur wann, unter welchen Bedingungen und wie weit die Redaktionen bis dahin geschrumpft sind.

  3. Stimme Paul zu: Das ist hier a) alles zu teuer und b) wird mit Tricks gearbeitet („ab dem 13. Monat kostet’s das Doppelte“), was mich unfassbar abstößt. Wollte darüber selbst einen Beitrag posten, habe es dann aber gelassen, weil ich mich nicht aufregen will, nicht über Schlechtes schreiben möchte und mir hinterher lakonische Bescheidwisser-Kommentare der Berufskollegen ersparen will.

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