Medienaspekte der #FacebookFiles

Casey Newton, als einziger „Einzelkämpfer“ Teil des Auswertungs-Konsortiums, hat Bauchschmerzen rund um die Haugen-Dokumente„It’s also clear that Haugen has become extremely useful to an array of interest groups who, for one reason or another, would like to see Facebook disappear – for societal reasons, corporate reasons, or both. And that the press, which is generally predisposed to assuming the worst about Facebook but has lacked internal data to support its concerns, will now make matching documents to its prior assumptions a central editorial project of the next six weeks.“

Da schwingt ein bisschen von dem Spin mit, den Facebooks Chef-PR-Mensch Nick Clegg zuletzt ausgegeben hatte: Medien üben Kritik an Facebook, weil sie ihre Gatekeeper-Rolle verloren haben. Was natürlich etwas billig ist.

Was daran stimmt: Die Facebook-Kritik aus einigen Verlagsmedien war schon zu vernehmen, als es noch gar keine Skandalplattform war. Gut vorausgesehen, kann man sagen. Oder man kann es auch in die legacymediale Digitalfeindlichkeit der Nuller- und teilweise Zehnerjahre einsortieren. Die Wahrheit liegt womöglich irgendwo dazwischen. Oder ganz woanders.

In diesem Zusammenhang fordert Charlie Warzel, auch Forschern den Zugang zu den Dokumenten zu geben bzw. sie einfach zu veröffentlichen. Aus Transparenzgründen, aber eben besonders, weil sich so auch andere Akteure ein Bild machen können. Die ganze „Instagram-macht-Teenagerinnen-unzufrieden-und-depressiv“-Geschichte aus dem WSJ zeigt ja, wie wichtig es ist, solche Materialien online zu stellen (mir ist klar, dass das rechtlich und datenschutzrechtlich nicht trivial ist).

Übrigens: Genau solche Fragen anzusprechen, abzuwägen und auch Meta-Ebene und eigene Rolle zu thematisieren: Das halte ich auch für klassische Medien für sehr relevant. Dabei nicht als Vertreter einer Redaktion, sondern als man selbst glaubwürdig zu sein: Das kann nur das Blogging-/Newsletter-Business.

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