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Drei Links

Drei Texte über den Krieg in der Ukraine, von denen ich in den letzten Tagen viel gelernt habe. Ich gebe sie einfach mal weiter.

Sandbagging in Odessa

Bericht der russischen Journalistin Elena Kostyuchenko aus Odessa, zuerst publiziert in der Novaya Gazeta und von n+1 übersetzt. Eine Collage aus dem, was die Bevölkerung sagt – ungefiltert, widersprüchlich und deshalb nahegehend und nuanciert. Besonders der tödliche Brand im Gewerkschaftshaus im Jahr 2014, wie er unterschiedlich interpretiert wird und seine Bedeutung für die regionale Entwicklung des russisch-ukrainischen Konflikts als eine Art moderner Reichstagsbrand hat mir dabei geholfen, die Geschichte jenseits der Geopolitik zu verstehen.

‘A Bridge Too Far’

Über M.E. Sarottes Buch „Not One Inch: America, Russia, and the Making of Post-Cold War Stalemate“, einer jüngst erschienenen Geschichte der Nato-Osterweiterung aus amerikanischer Sicht. Eine hilfreiche Zusammenfassung der diplomatischen und geopolitischen Entwicklungen, die letztlich einmal mehr deutlich macht, wie sehr die Geschichte ein Produkt des Zufalls ist. Für mich persönlich laufen einige Querverweise zusammen und werden zu einer geistigen Karte, weil ich gerade in „The Free World“ ausführlich über George F. Kennans faszinierenden Lebensweg gelesen habe und seine – ja oft auch von Linken vorgebrachte – Warnung vor einer Ausdehnung der Nato erwähnt wird.

Inside Ukraine’s War Economy (€)

Warum Ukrainer weiterhin Geld abheben können, die Supermärkte noch nicht leer sind und wie in Kriegszeiten mit Benzin umgegangen wird: Ein Überblick in der Nüchternheit und Tiefe, die ich am Economist stets sehr schätze.

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2 Gedanken zu „Drei Links“

  1. Danke für die Links. Hast du vielleicht sonst noch Buchtipps? Muss auch nicht mit der aktuellen Situation zu tun haben, sondern Bücher, die du in den letzten Monaten gelesen hast oder die du gerne weiterempfiehlst.

  2. @Ute Das kommt ganz auf das Gebiet an. Die aufgeschriebenen Audio-Vorträge von David Runciman zu politischen Denkern und Denkerinnen (Confronting Leviathan: A History of Ideas) kann ich sehr empfehlen. Helen Thompsons „Disorder“ steht auch noch auf der Liste, mal sehen. Ansonsten lese ich gerade vor allem recht spezielle Fachbücher (Geschichte des 19. Jahrhunderts u.ä.). Oh, und auf die Stewart-Brand-Biographie von John Markoff bin ich sehr gespannt, ist aber auch ein Sujet, das man mögen muss.

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