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Die realitätsbasierte Gemeinschaft

Ich stimme mit Martin Hoffmann überein: Wenn Twitter unwichtiger wird, ist das eine Chance für den Journalismus, sich endlich von dort zu emanzipieren. Und wieder mehr in andere Richtungen zu gucken. Eine Chance für die „realitätsbasierte Gemeinschaft“, wie Karl Rove an Fakten orientierte Zeitgenossen spöttisch nannte.

Auch wenn ich nicht an einen längerfristigen Erfolg Mastodon glaube, werde ich demnächst mal mein Microblog dort einlaufen lassen (Mastodon) Vielleicht poste ich da ein paar Sachen aus meiner Wissensdatenbank. Vielleicht gucke ich auch mal wieder in Are.na rein. Irgendwie genügt mir das dann aber auch, und ich habe den Eindruck, dass vieles von dem, was die Menschen bei Twitter suchen, bei Reddit zu finden ist. Nur eben nicht mit dem Klarnamen und Fame verknüpft.

Ich glaube auch nicht, dass Twitter absehbar verschwinden wird. Ich wüsste auch nicht, wie es zu ersetzen wäre. Aber für mich ist es als Beschäftigung schon weitestgehend verschwunden. Es hat ein paar Jahre gedauert, bis ich dieses Twitter-Jucken besiegt habe, das wirklich eine Form von Sucht war. Das ständige Reingucken, der Sharing-Automatismus, wenn ich einen Einfall hatte oder einen tollen Text gelesen hatte.

Das war nicht leicht, denn tatsächlich gab und gibt es da viele interessante Verbindungen – und ich bin weiterhin begeistert, wenn ich im Netz auf großartige Dinge und Texte treffe. Aber meine Twitter-Nutzung ist inzwischen weitestgehend passiv und beruflich, und tatsächlich sind die meisten Leute ja irgendwie im beruflichen Kontext unterwegs. Ich weiß nicht, wie das Social Web von morgen aussehen wird und was daran dann noch Social ist. Aber ich für meinen Teil habe weder Reichweite, noch ein Hobby zu verlieren. Das fühlt sich irgendwie gut an.

 

 

 

 

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