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Was war, was wird: Schöne Literatur

Buchrücken

Ich hatte nur eine Handvoll Vorsätze für dieses Jahr. Einer davon: Mehr Belletristik lesen.

Geklappt hat das in der ersten Jahreshälfte ganz gut, in der zweiten Jahreshälfte weniger. Vor allem die Idee, nach 21:30 Uhr keine Sachbücher und keinen Journalismus mehr zu lesen, hat sich leider nicht verwirklichen lassen. Denn oft lag etwas Aktuelles da, das für den nächsten Morgen wichtig war. Manchmal war ich auch so müde, dass ich nur ein, zwei Seiten eines Romans schaffte – eine ziemlich unbefriedigende Art, mit einem Buch voranzukommen. Oder ich wollte unbedingt noch einen Artikel lesen, der mich beim Reingucken angefixt hatte.

Am Ende habe ich meine Lesezeit eben oft anders verbracht: Mit Tausenden journalistischen Texten, mit Sachbüchern (oft mehrere gleichzeitig, was ich mir bei Romanen nie erlaube), mit Studien, aber auch mit Social-Media-Zeitverbrauch. Ich habe über mein „Leseproblem“ ja bereits im Frühjahr mal geschrieben.

Aber: Ich bin wirklich tief in einige Welten eingetaucht, meine Leseerlebnisse waren oft sehr erfüllend. Deshalb gilt auch: Von all den Dingen, die wir durch unsere Aufmerksamkeitsverkürzung zu verlieren drohen, wäre das Lesen anspruchsvoller Belletristik in meinen Augen zivilisatorisch der schlimmste Verlust.

Deshalb lautet mein Vorsatz für das kommende Jahr weiterhin: Mehr schöne Literatur wagen. Selbst wenn es inzwischen etwas Disziplin dafür braucht.

Meine Belletristik-Lektüren 2022 in chronologischer Reihenfolge:

  • Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann
  • Penelope Fitzgerald: The Blue Flower
  • Ein-Jin Jang: No One Writes Back
  • Jonas Eika: Nach der Sonne
  • Elias Canetti: Die Fackel im Ohr
  • Akwaeke Emezi: The Death of Vivek Oji
  • Virginie Despentes: Das Leben des Vernon Subutex (Teil 1)
  • Ariane Koch: Die Aufdrängung
  • Jordan Castro: The Novelist
  • Mark Lanegan: Devil in a Coma
  • Ian McEwan: Lessons

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