„Wir waren wahrscheinlich noch nie so unfähig, die unmittelbare Zukunft vorherzusagen… Wir verschließen unsere Augen vor der unmittelbaren Zukunft nicht aus Angst, sondern weil wir uns dem Triumph der Bilder, die uns überschwemmen und die wir teilweise selbst produzieren, nicht stellen können.
Dieser Triumph macht uns keine Angst, im Gegenteil, er weckt ein Gefühl der Leere.
Natürlich sind wir froh, dass Dinge wie Arbeit, Politik und Kunst (kurz gesagt, die Geschichte im traditionellen Sinne) keine Zukunft haben. Wir sind froh, all die Dinge loszuwerden, die uns einschränken. Aber was bleibt dann übrig? (…)
Worüber sollen wir mit diesen Menschen reden, wenn wir alle die gleichen, zentral programmierten Informationen haben? Wenn wir von demselben zentralen Speicher bedient werden? Und wenn wir so neutralisiert sind, dass selbst wenn unsere Interessen zu kollidieren scheinen, der Konflikt uns aus dem zentralen Speicher eingeflößt wurde? Selbst unsere Argumente sind leeres Geschwätz…“
Vilhelm Flusser: Ins Universum der technischen Bilder (1985)
(via Kevin Munger)