„Schlechte Fragen verbreiten sich schneller als gute. Sie schmeicheln Vorurteilen. Sie reduzieren Komplexität auf etwas, das leicht zu verdauen und wiederholbar ist. Deshalb ist die moderne Informationslandschaft so übersättigt mit Dingen, die wie Fragen aussehen, aber als Fallen fungieren. „Wer ist schuld?“ „Warum tun sie uns das an?“ „Wann ist alles schiefgelaufen?“ Das sind keine Aufforderungen zum Nachdenken. Es sind Anweisungen, sich für eine Seite zu entscheiden. (…)
Die Bereitschaft, bei einer ungelösten Frage zu bleiben, ist eine Form der Disziplin. Sie widersetzt sich dem modernen Verlangen nach sofortiger moralischer Klarheit. Sie widersetzt sich auch dem bürokratischen Instinkt, jedes Problem in eine Kennzahl zu übersetzen. Institutionen sehnen sich nach Antworten; sie können eine Schlussfolgerung überprüfen, aber sie können einen Zweifel nicht quantifizieren. Eine echte Frage passt nicht sauber in eine Tabelle. Sie hat keinen Leistungsindikator. Sie lässt sich nicht abschließen.“
Aus: „The Joy of Asking Questions„
Danke für die Empfehlung! Einer der inspiriendsten Artikel der letzten 12 Monate.
@Robert: Sehr gerne, fand ihn auch sehr gut!