Die vergangene Woche war unerfreulich: Der feige CSD-Anschlag (verbunden mit meiner großen Hoffnungslosigkeit, dass der gegenwärtige Islam entpolitisiert und der Islamismus zurückgedrängt werden kann, die sich aus meiner Lektüre von Kim Ghattas‘ „Black Wave“ ergibt… aber dazu ein andernmal mehr); Hakenkreuz-Schmierereien an der Badestelle am Stadtrand. Große und kleine Dinge eben, die einem das Gefühl geben, in einer beginnenden oder gar fortgeschrittenen Dystopie zu leben.
Aber es gibt auch die guten Dinge. Freunde zum Beispiel! Nicht nur, weil wir hier in Berlin den Sommer nutzen, um fast sämtliche Freunde einmal zu treffen (das ist im Winter immer ein bisschen komplexer). Sondern auch, weil ich Freunde habe, die mir ohne zu zögern helfen.
Wenn ich zum Beispiel schreiben würde, dass der gute Ben mir beim Umzug meiner Domains geholfen hat, dann wäre das untertrieben: Er hat ihn quasi komplett abgewickelt. Hätte ich das selber gemacht, hätte ich mir wahrscheinlich zwei freie Tage nehmen müssen (mindestens). Danke, dass Du mich aus den Klauen von Domainfactory/GoDaddy befreit hast!
Freundschaft, gegenseitige Unterstützung, vorurteilsfreie Zwischenmenschlichkeit: Je mehr die KI-isierung der Welt voranschreitet, desto mehr habe ich den Eindruck, dass diese Dinge gerade verloren zu gehen drohen. Kein origineller Take, ich weiß, aber doch vielleicht die gesellschaftlich relevanteste Entwicklung unserer Gegenwart.
In diesem Zusammenhang möchte ich kurz auf das kleine Projekt von Doug Hine hinweisen: Zum 100. Geburtstag von Ivan Illich werden am ersten Septemberwochenende weltweit kleine Treffen der Konvivialität stattfinden – formlose Zusammenkünfte von wildfremden Menschen, um gemeinsam zu essen und Zwischenmenschlichkeit zu entfalten.
Im Moment finden sich auf der Veranstaltungskarte weder für Illichs Geburtsland Österreich, noch in Deutschland als Ort seines langjährigen Wirkens Einträge. Ich überlege noch, ob ich für Berlin etwas auf die Beine stelle, aber vielleicht liest ja jemand mit und hatte sowieso mal wieder vor, etwas Schönes, Ungewöhnliches mit Menschen zu organisieren. Lasst uns dafür gerne zusammentun!
[…] Johannes Kuhn weist in seinem Blog kopfzeiler.org […]
[…] Bevor ich es vergesse – Simon und ich stellen ein kleines Treffen zu Ivan Illichs 100tem (ich schrieb darüber) hier in Berlin auf die Beine. Und zwar am Freitag, den 4. September Nähe Bülowbogen. Auf der […]