Wer hier länger mitliest (oder manchen Monolog anhören muss), kennt meine Faszination für PKMS (Personal Knowledge Manamagement Systems). Denn es gibt ja immer etwas zu notieren, auf eine To-Do-Liste zu schreiben oder zu exzerpieren. Weil es aber bislang noch keine direkte Mensch-Todolist-Schnittstelle gibt, sind alle technischen Lösungen unzureichend.
Was nicht heißt, dass ich sie nicht ausprobiere. In diesem Zusammenhang ist der Newsletter von David Pierce (der beste Teil meines Verge-Abos) ein Quell steter neuer Apps und Werkzeuge. Ein paar davon aus den vergangenen 14 Tagen:
- Unforgetful Sehr neu und von Marco Amend, die Bezeichnung „Optimierung für Apple Erinnerungen“ passt ganz gut. In der Tat sehr viel besser zu benutzen und auch in Sachen UX schöner. Könnte mir ein Abo vorstellen (habe aber auch Things 3 auf meinen Geräten).
- Parchment Ein täglicher Kalender, der wirklich wie ein Kalenderbuch aussieht. Was allerdings nicht genügt, um mich von der weiteren Nutzung zu überzeugen.
- Finalist (4.0) Eine Art Omnibus-Lösung (Kalender, Planer, Listenverwaltung, Notizblock). Sieht schon ganz gut aus, aber brauche ich das wirklich? Stand jetzt eher nicht (verwirrt mich auch, weil Reminder plötzlich wie Termine aussehen).
- Fast vergessen: Kerouach Writer. Irgendwie ganz schön, eine Art Projektstatus-Ansicht für seine Texte zu haben (würde ich mir für Scrivener wünschen), aber der Writer selbst ist nicht sehr einladend.
Tatsächlich war dieser Newsletter auch das, was ich am meisten vermisst habe, als mein Verge-Probeabo auslief. Irgendwie das platonische Ideal eines solchen Newsletters – persönlich, nützlich, humorvoll, Community-einbindend und immer wieder überraschend.
Ich überlege auch immer wieder ins PKMS-Game einzusteigen, bleibe am Ende dann aber doch immer nur bei der Notizen-App, Raindrop (früher Pocket), meinem eigenen Kopf und Google. Readwise fand ich noch am praktischsten von den Sachen, die ich getestet habe, aber da fehlt dann auch alles, was ich in Libby gelesen habe, zum Beispiel. Aber ich schreibe ja auch viel weniger und selten Großes.
Ach, das PKMS-Game ist individual- und gruppenpsychologisch interessant, weil 98 Prozent der Zeit bei 98 Prozent der Leute darauf verwendet werden, das System zu optimieren. Zwei Prozent sind diszipliniert genug, um überhaupt etwas einzutragen. Und davon merkt die Hälfte, dass sie zwar eintragen, aber nicht wirklich darauf zurückgreifen. Entsprechend gibt es inzwischen ja auch diverse „Why I quit my PKMS“-Beiträge… ich schicke Dir gerne mal die Newsletter aus den letzten Wochen weiter.
Na klar, gerne 🙂 Und ja, ich habe auch nur ein mäßig schlechtes Gewissen, weil ich bisher noch nie das Gefühl hatte, dass mir ständig etwas fehlt.